Kontaktabbruch in der Familie

Die Familie ist meist ein Ort von Liebe, Zugehörigkeit und Sicherheit. Und gemeint ist hier nicht nur die kleine Vater-Mutter-Kind-Familie, sondern auch die Großeltern, Geschwister oder die ganze Großfamilie.

Manchmal werden aber auch in den friedlichsten Familien Konflikte losgetreten, die niemand erwartet hat.

Plötzlich bricht ein (erwachsenes) Kind den Kontakt zu seinen Eltern ab oder auch umgekehrt. 

Plötzlich ist da Funkstille und Sprachlosigkeit. 

Es sieht meist aus, als gäbe es keinen Grund oder nur eine Lappalie. Aber diese Lappalie reicht meist, aus einem fast unsichtbaren Haarriss eine unüberwindbare Schlucht entstehen zu lassen.

Und ein Kontaktabbruch schmerzt und belastet meist beide Seiten:

Den Verlassenen, weil er nicht so recht weiß, warum er oft keine Möglichkeit der Klärung mehr erhält. Er fühlt sich ohnmächtig und zutiefst enttäuscht.

Der Kontaktabbrecher quält sich oft mit Schuldgefühlen und Hoffnungslosigkeit, weil er keinen anderen Weg mehr sieht.

Viele Fragen und keine Antworten

In so einer Situation entstehen viele Fragen auf die sich einfach keine Antworten finden lassen. Das kann einen schon verrückt machen : 

Ein erster wichtiger Tipp - lass den Schmerz da sein und fühle ihn ...

Egal wie der Schmerz aussieht. Es ist wichtig ihn zuzulassen, anzunehmen und ihn zu fühlen. Ich weiß, das klingt erst mal schwierig, aber lass den Schmerz da sein (ist er ja sowieso schon). Ihn abzulehnen oder zu bekämpfen nützt nichts, ganz im Gegenteil, es macht den Schmerz nur um vieles stärker und du bleibst an ihm haften.

Wenn du den Schmerz akzeptierst, dann kann er sich wandeln und der Weg wird frei weiter  zu gehen. Vielleicht kann der Schmerz dann sogar ganz gehen. Du kannst dann nach neuen Erkenntnissen und Lösungen suchen.

Nur wenn du deinen Schmerz akzeptierst und fühlst ist eine positive Gestaltung einer gelungenen Zukunft möglich.

Auf der Suche nach dem Schuldigen

Immer wieder wird nach einem Schuldigen gesucht.

Ganz klar, keiner will angreifbar sein.

Aber macht die Suche nach dem Schuldigen denn Sinn? Das was passiert ist, ist passiert und Vergangenheit. Und die Vergangenheit können wir nicht mehr verändern.

Aber du kannst die Situation akzeptieren und wenn möglich aus deiner Sicht verstehen.

Claudia Haarmann, die ein lesenswertes Buch zu diesem Thema geschrieben hat, meint:

„Die hohe Kunst jeder Beziehung ist es, die Autonomie des anderen zu respektieren, sein Persönlichkeit zu erkennen und anzunehmen, ohne ihn dabei zu erdrücken oder zu verurteilen.“

Und genau darum geht es jetzt: akzeptieren, verstehen und bei sich bleiben.

Nichts ist für ewig

Einen Kontaktabbruch verstehe ich als Wink des Schicksals, dass sich etwas verändern darf.

Es ist ein Zeichen, dass die Grenzen zwischen zwei Menschen verwischt sind oder nicht zeitgemäße Abhängigkeiten bestehen. Diese können verändert und  neu definiert werden.

Erst wenn jeder seine eigenen Grenzen und die der anderen erkennt und respektieren kann, ist ein ausgeglichenes Miteinander möglich. Dann kann die „Großfamilie“ wieder das sein, was es sein sollte: ein Zusammenschluss von Menschen, die sich lieben, respektieren und in Notzeiten für einander da sind.

Diese Möglichkeit sollten wir nicht verschenken.

 

Eine spannende Reise ins ICH ...

Eine Funkstille oder Kontaktabbruch wirft einen oft auf dich ganz alleine zurück.

Es eröffnet dir aber auch die Chance darüber nachzudenken, wie denn deine Welt und dein Leben aussehen kann. Und das Ganze nur aus deinem eigenen Blickwinkel, nur für dich betrachtet.

Du kannst dein Leben gestalten, so wie du es willst. Wenn du das machst, bist du authentisch. Und authentische Menschen sind berechenbar.

Berechenbare Menschen können von ihren Mitmenschen besser eingeschätzt und akzeptiert werden.

Bist du bereit dich auf diese Reise zu begeben? Ich begleite dich gerne dabei, ein kleines Stück oder den ganzen Weg.