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Wo kommt nur diese Angst her?

Angst im Kopf

Keiner lädt sie ein und will sie haben.

Kein Mensch springt voller Freude auf ein belastendes Gedankenkarussell.

Und niemand entscheidet sich bewusst für eine Angstattacke.

Ganz im Gegenteil, SIE ist plötzlich da!

Und je mehr du versuchst sie zu verhindern und je mehr du Angst vor der nächsten Angst- und Panikattacke hast, umso mehr überfällt  und quält sie dich.

Unser Gehirn - ein gewaltiges Kraftwerk

Unser Gehirn ist ein beeindruckendes Gebilde. Nicht wegen seiner Größe,  sondern von seiner Vielfalt und Funktionsweise.

In unserem Gehirn befinden sich ca. 85 Milliarden Nervenzellen, die Neuronen genannt werden. Diese sind mit einer unvorstellbaren Menge an Synapsen (100 Billionen) verbunden.

Das heißt, dass jede der Gehirnzellen mit mindestens 1000 anderer Zellen verbunden ist. 

Unser bewusster Verstand nutzt von dieser unfassbaren Menge nur sehr wenig, nämlich nur 8 Informationen pro Sekunde. Für einen Gedanken braucht er ca. 3 Sekunden. Das ist wirklich nur ein Bruchteil der Kapazität des Gehirns.

Dagegen schöpft der unbewusste Teil des Gehirns das volle Potential aller Zellen aus. Nach neuesten Erkenntnissen verarbeitet er pro Sekunde mindestens 80.000 Informationen und ist damit unendlich schneller als unser bewusster Verstand.

Das neuronale Netzwerk - ein riesiger Datenspeicher

Ja, wir denken viel, täglich ca. 60.000 Gedanken. 

Und mit jedem Gedanken füttern wir unser riesiges Gehirn-Kraftwerk.

Jeder der Gedanken wird biologisch in Form von Synapsen im Gehirn abgespeichert.

Und das beginnt natürlich bereits im Mutterleib. Schon in der 8. Woche sind Gehirn und Rückenmark angelegt. Bis zur Geburt werden im Gehirn eine Unmenge an Nervenzellen gebildet.  Zur Geburt sind bereits 100 Milliarden Zellen vorhanden, allerdings sind diese noch schwach ausgebildet. 

Beim Baby werden dieser Gehirnzellen für Reflexe genutzt. Dabei werden körpereigene Signale und Umweltreize in Äußerungen (weinen, lachen, schreien) und Reaktionen umgesetzt. Mit diesen Reflexen und später auch gesteuerten Bewegungen wachsen die Nervenzellen im Gehirn dann auf ein 4-faches an Gewicht und Stärke.

Bereits von Anfang an lernen wir und bilden neue Synapsen im Gehirn. Wichtig dabei sind natürlich auch unsere nächsten Bezugspersonen, in der Regel die Eltern. Von ihnen lernen wir, wie wir mit neuen Situationen umgehen müssen. Sind diese mit Angst und Vorsicht zu  bewerten oder ungefährlich und gern gesehen.

Wir lernen also bereits in den ersten Jahren, ob wir eher negativ oder ängstliche Denker werden oder nicht.

Wenn zusätzlich in unserem Leben noch extrem angstvolle oder eine traumatische Situation eintritt, werden auch diese in unserem Gehirn abgespeichert.

Je stärker ein Erlebnis und Gedanken emotional geladen sind, egal ob positiv oder negativ, umso leistungsfähiger werden diese neuronalen Vernetzungen im Kopf.

Wer also lange genug negativ denkt oder grübelt, der baut dem Gehirn zwangsläufig eine große und schwere Datenautobahn in Richtung schlechter Gefühle und Angst. 

Freude und Leichtigkeit sind dann oft nur noch als versteckter kleiner Trampelpfad zu finden.

 

So arbeitet der Verstand

Ja, wir denken viel, täglich ca. 60.000 Gedanken. 

Bewusst denken und überlegen wir, wägen ab, entscheiden oder grübeln.

Sobald wir unserem Gehirn jedoch eine Ruhepause gönnen (bewusst oder unbewusst), sucht sich unser Gehirn eine neue „Beschäftigung“. Wenn wir ihm keine weitere bewusste Aufgabe geben wird es automatisch auf den unbewussten Bereich unseres neuronalen Netzwerkes umgeschalten. Und dafür nimmt er immer den Bereich, den wir am stärksten ausgebildet haben.

Bei starken Zweiflern, Grübeln, Sorgentypen und Angsthasen ist es dann die riesige neuronale Autobahn, die durch negative Erfahrungen und Gedanken entstanden ist. Und meist beginnt sich das  Gedankenkarrussel  zu drehen.

Und wir fühlen uns dann entsprechend: traurig, enttäuscht, wütend usw.

Unsere Angst- und Panikattacken kommen selten wenn wir gerade mit etwas beschäftigt sind oder arbeiten. Unser Gehirn ist dann mit bewussten Denken beschäftigt. In dieser Zeit steuern wir unsere Gedanken. Das Bauchgefühl bleibt dann oft unbemerkt.

Bewusstes und unbewusstes Denken

So lange wir unseren Verstand bewusst beschäftigen haben wir meist noch die Kontrolle über unsere Gedanken. Entsprechend entstehen dann auch wieder neue Synapsen im Hirn.

Sobald wir jedoch in einen Ruhezustand kommen steuern wir unsere Gedanken nicht mehr bewusst. Unser Gehirn denkt aber weiter, es kann einfach nicht ohne denken existieren.

Unser Gehirn wird in so einer Situation automatisch auf die dickste Datenautobahn im Gehirn zugreifen. 

Es greift dann also auf Angst und Panik oder auf Sorgenthemen zurück.

Wenn wir dann noch gerade besonders kraftlos, überfordert,  gestresst oder nervlich angeschlagen sind, dann reagiert unser Körper schon mal mit der ersten Angst- und Panikattacke.

Das Tückische ist dann, dass diese Attacke wiederum unsere riesige Angst-Daten-Autobahn im Kopf verstärkt. 

Mit der ersten Angst- und Panikattacke entwickeln wir dann oft noch eine zusätzlich Angst davor, die uns dann noch tiefer in die Angstspirale zieht und unser Leben und Denken zusätzlich erschwert.

Und genau dann entstehen oft auch Angst- und Panikattacken.

Unser Unterbewusstsein = Bauchgefühl

Neben all den Gedanken haben wir Gott sei Dank noch etwas wie das Bauchgefühl. Das Bauchgefühl speist sich aus dem Unterbewussten.

Das Unterbewusstsein kann in einer Sekunde 80.000 Informationen verarbeiten. Es kann binnen weniger Sekunden alle ihm zur Verfügung stehenden Daten checken und dann eine Entscheidung füllen, die es dem Bauchgefühl mitteilt.

Es werden unglaublich viele Informationen berücksichtigt an die wir bewusst niemals denken würden: Körperhaltung Körpersprache, Stimmlage, Wortwahl, Geruch, Bilder u.v.m.

Das sind dann die Gefühle in uns, die spontan NEIN oder JA sagen. Es sind die Entscheidungen, die nicht mit irgendwelchen Argumenten hin- und her gewogen werden müssen.

Das Bauchgefühl ist ein Gefühl, dass uns zeigt, wo es lang geht. Es lässt uns gut fühlen, wenn wir stimmige Entscheidungen treffen. Oder uns ist mulmig, wenn wir nicht auf unser Unbewusstes hören. 

Wenn wir nicht auf unseren Bauch hören schlafen wir unruhig oder durchleben nachts  Albträume. Es lässt uns einen flauen Magen bekommen und die Angst im Nacken spüren . Wir reagieren plötzlich empfindlich auf bestimmte Speisen und Menschen. Oder uns quält Kopfweh und Sodbrennen.

Wir sind nur leider so oft in unserem Kopf mit den vielen Argumenten beschäftigt, dass wir unser Bauchgefühl oft nicht bemerken oder nicht verstehen können. 

 

Wenn wir nicht auf unser Bauchgefühl hören...

Es wäre also die klügste Entscheidung, die wir treffen können, wenn wir auf unser Bauchgefühl hören und danach leben würden.

Wenn wir unser Bauchgefühl zu oft oder zu lange überhören, dann reagiert unser Körper z.B. mit einer Angst- und Panikattacke. Es ist als wenn er dann sagt: du bist auf dem falschen Weg. Ich muss dir jetzt stärkere Gefühle und Symptome schicken, du hörst ja sonst nicht auf mich.

Damit die Symptome auch körperlich zu spüren sind nutzt das Unterbewusste  Neurotransmitter, mächtige Handlanger unserer Psyche.

Neurotransmitter sind körpereigene Botenstoffe, durch die unser Gehirn nahezu jede körperliche Reaktion hervorrufen kann. Es gibt viele Neurotransmitter. Die bekanntesten sind Adrenalin, Noradrenalin, Serotonin, Dopamin, Oxytocin und Histamin.

Diese können dann in Sekunden Zittern, Kribbeln, Atemnot, Durchfall , Angst, Panik  u.v.m. auslösen.

Auch wenn diese Symptome schlimm sind, dienen sie jedoch dazu uns zu schützen, auch wenn das in diesem Moment schwer vorstellbar ist.

Diese Symptome sagen uns: jetzt ist es Zeit etwas zu ändern. 

Mehr zu den Botenstoffen und welche körperlichen Beschwerden sie auslösen kannst du in meinem nächsten Artikel lesen: Boten, die uns warnen!

 

Hier sind noch ein paar Links, auf denen du dich weiter zum Thema informieren kannst:

Buchempfehlung

Ein Großteil aller Traumata, Neurosen, Phobien und Angststörungen kann in weniger als 10 Sitzungen vollständig aufgelöst werden.« Klaus Bernhardt

Der Angstexperte Klaus Bernhardt stellt die hierzulande gängigen Therapieformen gegen Angst auf den Prüfstand und gleicht sie mit den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung ab. Sein Ergebnis ist ernüchternd: Die meisten dieser Therapieformen sind seit Jahrzehnten veraltet und neurowissenschaftlich nicht mehr haltbar. Mit seiner Methode stellt er eine völlig neue Art der Angsttherapie vor, die die Verarbeitungsprozesse unseres Gehirns gezielt nutzt, um Angst- und Panikpatienten schnell wieder in ein normales Leben zurückzuführen. Einer bemerkenswert hohen Zahl seiner Patienten hat er mit diesen Übungen und Techniken bereits nach wenigen Wochen die Rückkehr in ein angstfreies Leben ermöglicht.

Buchempfehlung

Ich kann mein Gehirn nutzen und lasse mich nicht von ihm benutzen. Der bekannte Neurowissenschaftler 

Rudolph E. Tanzi und Deepak Chopraverbinden Wissenschaft und Persönlichkeitsentwicklung und erklären, wie die spektakulären Erkenntnisse der Neurowissenschaften u. a. bei Alzheimer, Depression, Angst und Übergewicht angewandt werden können. Sie entwerfen eine neue Vision des Gehirns und zeigen, wie Achtsamkeit und Meditation nachweisbare Veränderungen in den neuronalen Bahnen bewirken. Ihr gemeinsames Fazit: Nichts ist unmöglich. Die Reaktion in Amerika: ‚A mind-blowing book.‘

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Posted on 17. Juli 2020 by prenzeline. Schlagwörter: ,