Nur ein Glas Wein!

Heute nur ein Glas Wein

Und schon wieder so ein stressiger Tag ...

Marie hatte einen sehr anstrengenden Tag hinter sich.

Heute morgen war sie schon nicht ganz fit, weil Sie gestern Abend mit Ihrer Freundin noch deren Geburtstag eingeläutet hatte. Eine lange Nacht, sehr vergnüglich, aber halt zu wenig Schlaf und zu viel Alkohol. Gott sei Dank ist sie mit dem Taxi nach Hause gefahren.

Heute wieder ein langer Tag, viele Calls und eine wichtige Präsentationen. Endlich ist sie zuhause und wollte mit einer Tasse Tee in die Badwanne und dann gleich ins Bett.

Das Wasser lief schon in die Wanne. Sie wollte sich noch in der Küche den Tee machen und eine Kleinigkeit snacken. Kühlschranktür auf und ganz ohne darüber nachzudenken, griff sie zur Weinflasche, die sie gestern wohl noch geöffnet hatte. Ganz automatisch der Griff zur Flasche und zum Weinglas. Als es ihr bewusst wurde, dachte sie sich: „Egal, ich habe es mir heute verdient, nur ein Glas Wein, einfach zum Abspannen, aussteigen aus dem Stress, runterfahren.

Nach dem Bad war die Flasche fast leer und Sie öffnete noch eine, fürs Sofa …

Morgen höre ich auf oder trinke auf jeden Fall nichts!

Neuer Tag - neue Vorsätze?

Neuer Tag und schon wieder ein kleiner Kater. „Heute lebe ich mal ganz gesund und ohne Wein und Sekt.“

Durch den Vormittag rettet Marie sich mit viel Kaffee und Arbeiten am Schreibtisch. Mittag kommt dann ein wichtiger Klient, der eine Flasche Champagner für den super Abschluss bringt. Da kann sie nicht nein sagen…

So zieht sich der Tag hin, abends noch ein gemeinsames Abendessen auf die gute Arbeit mit köstlichem Wein.

Ziemlich angetütel kommt sie nach Hause und hofft, dass Sie den Abend noch mit einem Glas Wein beenden kann, einfach zum runterkommen.

Morgen will sie dann mal ganz ohne Alk …

Ganz tief hinten in ihre Gehirn weiß sie: es ist zu viel! Dann die kleine unangenehme Stimme: du bist süchtig! Da kommt aber noch eine andere Stimme die sie beruhigt:

  • Du weißt aber immer,  wie du heim kommst
  • Im Januar hast du es einen ganzen Monat ohne Alkohol wunderbar geschafft
  • Du bist doch kein Alki, weil du deinen Job noch super machen kannst. Echte Alkis haben keine Job und leben unter der Brücke
  • Du brauchst einfach weniger Stress im Job und der Beziehung und Familie, dann …

Ganz tief unten dann wieder dieses Wissen: da stimmt was nicht…. aber morgen ist ein neuer Tag und

MORGEN HÖRE ICH AUF

Immer wieder die gleiche Lösungsstrategie

Süchtig wird man, weil sich im Gehirn eine Art Reaktionsschleife gebildet hat. Das Gehirn hat irgendwann gelernt, dass Wein oder Sekt oder ein Verhalten Lust erzeugt oder den Stress/Druck bzw.emotionalen Schmerz lindert. Je öfter und länger man aber dieses Verhalten praktiziert, umso überzeugter ist das Gehirn, dass es auf jedes Bedürfnis nur eine richtige Anwort gibt: Wein oder Sekt oder …

Bei Marie könnte man sich fragen, ob dieses Verhalten Sucht/Abhängigkeit ist, da sie bereits ohne nachzudenken zum Wein greift, also bereits ganz unbewusst. Und wer kennt das nicht, eben mal schnell ein Glas Sekt zur Beruhigung oder zu Feier oder zur Belohnung oder eben auch ein Wiedersehen.

Auf Grund der vorigen Beispiele kann man vermutlich nicht auf eine richtig schwere Sucht schließen. Aber  es ist auf jeden Fall ein Hinweis darauf,  dass sie, die Erfüllung Ihrer Bedürfnisse oder Herausforderungen gerne fast  automatisch mit der einen Lösungsstrategie vornimmt: Wein oder Sekt!

Das Gehirn lässt sie ohne nachzudenken zugreifen.

Noch mehr Suchtmittel...

Damit „man“ dieses Leben aushalten kannst, schleichen sich oft noch weitere Abhängigkeiten ein, die einen schwierige oder negative Situation und Gefühle „erleichtern“.

  • Süßigkeiten, weil kein Wein mehr da ist oder du im Büro nicht offiziell trinken darfst
  • der Weg zum Kühlschrank, wenn du keine Lust auf eine Tätigkeit hast
  • Schnäppchenjagd im Netz
  • übertriebene Hilfsaktionen
  • oder Tic Toc,  Youtube und Co 

Sich selbst etwas Gutes gönnen ist wunderbar, auch in stressigen Situationen. Aber wenn das Gute plötzlich als tägliches Allerheilmittel dient, dir langfristig schadet und du sonst keine andere Lösungsmöglichkeit für Stress und Abhängigkeit mehr siehst, dann entsteht Sucht und damit eine weitere Abhängigkeit.

Wie reagierst du auf einzelne Situationen?

Es ist gar nicht so einfach festzustellen, ob du steorotyp auf deine Bedürfnisse handelst, weil dir das nicht bewusst ist.

Obwohl es doch ganz einfach wäre… beoabache dich doch mal ein paar Tage. z.B.

  • Leg dir eine Tabelle mit den fünf Grundbedürfnissen an, die dir spontan einfallen z.B. schlafen, essen Erfolg haben, dich entspannen, Sport treiben oder Freundschaften zu pflegen oder einfach eine neue Arbeit anzufangen
  • Nimm dabei wahr,  ob es dir leicht füllt, diese zu formulieren
  • Beobachte dich ein paar Tage, wie du auf diese Bedürfnisse reagierst und sei dabei ganz erhrlich. Es geht nicht darum, dich bei irgendetwas zu ertappen, sondern zu erkennen, ob du mit immer gleichen Verhalten auf deine Bedürfnisse reagierst und wie du dich anschließend fühlst. Erlaube dir das einfach anzuerkennen und zu akzeptieren (Aha, so mache ich das also) . Du musst nichts rechtfertigen oder begründen. 
  • Belasten dich die Situationen? Würdest du sie gerne anders lösen? Was hindert dich daran?

Brauchst du Unterstützung?

Erkennst du dich in meinem Artikel wieder? Hast du schon öfter versucht diese unerwünschten automatische Handlungen/Süchte zu unterlassen bzw. etwas zu verändern? Spürst du schon die negativen Auswirkungen dieser falschen „Lösungsstrategie“? Dann melde dich zu einem kostenlosen telefonischen Info- und Kennenlerngespräch.

Barbara Cada, Angst und Burnout Praxis

Am besten erreichst du mich telefonisch
werktags zwischen 8 Uhr und 9:30 Uhr.

Ein paar Klientenstimmen von vielen ...

Buchempfehlung:

Süchte verstehen und endlich loslassen:

von Susanne Hühn

 

Essen, Rauchen, Social Media, Drogen, Beziehungen, Sex, Sport, Arbeit – es gibt vieles, wonach wir süchtig sein können. Doch warum entwickeln wir überhaupt Abhängigkeiten?

Wir alle sind auf der Suche: nach bedingungsloser Liebe, beständiger Geborgenheit, rückhaltloser Unterstützung. Wenn wir diese nicht finden, versuchen wir, den Schmerz darüber zu betäuben und die innere Leere anderweitig zu füllen. Susanne Hühn, ganzheitliche Physiotherapeutin, Seminarleiterin und bekannte Ratgeberautorin, befasst sich seit vielen Jahren mit diesem Thema und zeigt uns einen Weg aus der Sucht. Sie gibt uns Coachingfragen und therapeutische Übungen an die Hand, mit denen wir zunächst der Sucht auf den Grund gehen, erfahren, wie diese tickt. Dann zeigt sie uns, wie wir der Sucht begegnen und uns Schritt für Schritt von ihr lösen können – mit dem Ziel klar vor Augen: Endlich un-abhängig!


Posted on 24. August 2025 by prenzeline. Schlagwörter: , , ,